Who am I - Kein System ist sicher

Deutschland 2014; 103 Min.; Regie: Baran Bo Odar; mit Elias M’Barek, Tom Schilling, Wotan Wilke Möhring, Antoine Monot jr., Hannah Herzsprung u.a.; FSK ab 12 J.

Der Film im Internet: www.whoami-film.de



Regisseur Baran Bo Odar („Das letzte Schweigen“) ist das Kunststück gelungen, einen deutschen Cyberthriller zu inszenieren, der mit seinen großen internationalen Vorbildern mithalten kann. Der mit Tom Schilling, Elyas M’Barek, Hannah Herzsprung und Wotan Wilke Möhring hervorragend besetzte "Who Am I" erzählt von einer subversiven Hackergruppe, die aus Spaß Computer manipuliert - bis sie sich eines Tages im Netz mit den Falschen einlassen und aus dem Spaß blutiger Ernst wird.

Benjamin (Tom Schilling) und Max (Elias M’Barek) könnten unterschiedlicher nicht sein. Benjamin ist Mitte 20, Halbwaise, schüchtern, menschenscheu und unsicher im Auftreten. Er ist der ewige Außenseiter und bewegt sich am liebsten im Netz. Hier fühlt er sich zuhause, kann programmieren, hacken und Maschinensprache lesen. Max dagegen ist ein charismatischer Siegertyp, gutaussehend, selbstbewusst und voller Tatendrang, die Welt zu verändern. Er versteht die Kunst, Leute zu manipulieren, sie für seine Ideen einzunehmen. Dieser Masche geht auch Benjamin auf den Leim, als ihn Max aufgrund seiner Fähigkeiten wahrnimmt und zum Mitglied seiner Hackergruppe CLAY macht. CLAY steht für "Clowns Laughing At You" und hat sich der Aufgabe verschrieben, jegliche Systeme außer Stand zu setzen und an der Nase herumzuführen. Fortan will Benjamin ihm beweisen, was er kann, und ist bereit seine Grenzen zu testen. Dabei schaut er sich einiges von seinem neuen Freund ab, denn so wie der Menschen im wahren Leben manipuliert, kann Benjamin Computer manipulieren, die wiederum unsere Welt manipulieren. So tritt CLAY in den Wettbewerb mit anderen internationalen Hackergruppen ein. Ein Riesenspaß, aus dem plötzlich bitterer Ernst wird, als sie sich mit den Falschen einlassen...

Regisseur Baran Bo Odar („Das letzte Schweigen“) ist das Kunststück gelungen, mit „Who am I“ einen deutschen Cyberthriller zu inszenieren, der mit seinen großen internationalen Vorbildern mithalten kann. Dafür sorgen zum einen die illustre Besetzung mit einem Tom Schilling in Bestform und einem charismatischen Elias M’Barek, wie ihn das Publikum kennt und sehen möchte, und zum anderen ein raffiniertes Drehbuch mit unerwarteten Wendungen, die den Spannungsbogen stets aufrecht erhalten und für ordentlich Tempo sorgen.

Darüberhinaus schlägt „Who am I“ auch nachdenklichere Töne an. Schon der Titel verweist auf das Unix-Kommado „whoami“ mit dem man in einem Mehrbenutzersystem seine eigene Identität anzeigt, und um genau die und deren Manipulationsmöglichkeiten geht es in diesem spannenden Thriller, der uns eine kleine Idee gibt, von dem, was alles möglich ist, und wovon wir nicht einmal etwas ahnen.

Quelle: Kalle Somnitz, www.programmkino.de

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