Suburbicon

Ein nicht verfilmtes Drehbuch der Coen Brüder ist die Basis für George Clooneys neuen Film

USA 2017; 104 Min.; Regie: George Clooney; Buch: George Clooney, Grant Heslov, Ethan und Joel Coen; mit Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaacs, Glenn Fleshler; ab 16 J.



„Es ist ein Film, der das Publikum einrollt und nicht rauslässt: mit klugen kleinen Tritten der Überraschung.” Variety

In den 1950er Jahren liegt das Paradies in den Vorstädten der USA. Die Nachbarschaft hält zusammen, es gibt Spielplätze für die Kinder, Supermärkte für das leibliche, Kirchen für das spirituelle Wohl. Alles ist wundervoll. So auch in „Suburbicon“ wo die Familie Lodge lebt. Doch alles ändert sich schlagartig, als mitten in der Nachbarschaft eine afroamerikanische Familie einzieht. Und das in Suburbicon! Die Volksseele brodelt. Als dann auch noch zwei Männer in das Haus der Familie Lodge eindringen und die Mutter umbringen, ist der Fall für alle klar: Die Fremden müssen gehen. Für Nick, den Sohn der Lodges, ist das alles nur Nebensache. Denn er fragt sich vielmehr, warum sein Vater und seine Tante bei der Polizei die Verbrecher, die seine Mutter umgebracht haben, nicht identifizieren wollen. Und warum sein Vater mit blutiger Nase und kaputter Brille von der Arbeit kommt und auf einmal im Zimmer der Tante schläft... „Suburbicon”, der neue Film von George Clooney, ist durchzogen vom schwarzen Humor der Coen-Brüder, die gemeinsam mit Clooney und Grant Heslov das Drehbuch zu dieser kurzweiligen Kriminalkomödie geschrieben haben. Immer wieder changiert Clooney zwischen den Genres, erzählt mal mit großer Ruhe, dann aber wieder mit atemlosem Tempo, wobei die Figuren immer hilfloser und komischer in ihrem Bemühen wirken, ihre Probleme in den Griff zu kriegen. Entsprechend kongenial auch die Besetzung mit Matt Damon und Julianne Moore, die in ihren Rollen ihr ganzes komödiantisches Talent in die Waagschale werfen können. Die Musik von Alexandre Desplat unterstützt den ironisch überspitzten Ton der Geschichte, ebenso wie das künstlich anmutende farbenfrohe Setting, welches in seiner Überzeichnung schon fast surreale Momente zulässt. George Clooneys „Suburbicon” ist doppelbödige und pointierte Unterhaltung mit spitzer Zunge.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

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