Pawlenski – Der Mensch und die Macht

Doku über den russischen Aktionskünstler Pjotr Pawlenski

Filmgespräch mit Regisseurin Irene Langemann
Samstag 25.03.2017 um 17.30 Uhr im Filmstudio

Eintritt: 9 €
Kartenreservierung unter 0201 / 27 55 55 oder unter 0201 / 43 93 66 33 (täglich ab 15.30 Uhr)

D 2017; 97 Min.; Regie: Irene Langemann; mit Pjotr Pawlenski; FSK keine Angaben


Im November 2013 setzt sich der Künstler nackt vor dem Lenin-Mausoleum auf dem Roten Platz in Moskau und nagelt seine Genitalien fest. Seine „Aktion Fixierung“ steht für Apathie und politische Gleichgültigkeit in der modernen russischen Gesellschaft.

Während auf dem Maidanplatz in Kiew die Feuer- und Rauschwaden in den Winterhimmel in den frostigen Himmel lodern, zündet Pawlenskij und einige Helfer Reifen auf einer Petersburger Brücke an, schlagen mit Knüppeln auf große Bleche, und schwenken die ukrainische Fahne. Die symbolische Anspielung auf den Euromaidan in Kiew wird für Pawlenskij zum Verhängnis. Obwohl es keinen Straftatbestand gibt, drohen Pjotr Pawlenskij drei Jahre Lagerhaft. Seine Anwälte sehen den Prozess gegen den Künstler als politischen Prozess. Ausgerechnet durch die „Aktion Freiheit“ könnte Pawlenskij seiner eigenen Freiheit beraubt werden. Doch er gibt nicht auf, ist kämpferisch. Ihm geht es vor allem darum, zu zeigen, wie die Macht aus Menschen Objekte macht.

Und er geht noch einen Schritt weiter, als er im November 2015 die Tür des russischen Geheimdienstes in Moskau in Brand setzt, den er als Symbol der Unterdrückung des Individuums sieht. Seitdem ist Pawlenskij in Haft ist.

Mit seiner radikalen Protestkunst möchte Pawlenski der Weltöffentlichkeit vor Augen führen, wie in Putins Russland die Menschen zu Schweigen und Apathie verurteilt werden. Sich selbst bezeichnet der Künstler bei den Aktionen als die ‚Figur des Schweigens‘: Er tut nichts, er liegt, steht oder sitzt. Alles was um ihn herum passiert, führen die Vertreter der Macht aus.

Der Film zeigt Pjotr Pawlenski in seiner Beschäftigung mit der Freiheit des einzelnen Menschen gegenüber der Macht des Staates und begleitet ihn bei seiner Auseinandersetzung mit der Justiz, der eskalierenden Intoleranz und Gewalt in Russland.


Quelle: LichtFilm

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