Ich, Daniel Blake

Ken Loachs Anklage des Verfalls von Sozialsystemen und Mitmenschlichkeit wurde in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet

Großbritannien 2016; 100 Min.; Regie: Ken Loach; mit Dave Johns, Hayley Squires, Micky McGregor, Mick Laffey, Sharon Percy, Briana Shann



Schon jetzt ein Klassiker“ The Times

Reich an Integrität und Herz “ The Hollywood Reporter

Scharfsinnig und lustig – extrem bewegend“ The Independent

Ein Film mit einer kraftvollen, einfachen Würde” The Guardian

Das ist Loach, der Humorist, der Dramatiker, der Aktivist, der aus allen Zylindern geleichzeitig feuert." The Village Voice

Den Titel des neuen Werkes von Ken Loach muss man durchaus programmatisch sehen: „Ich, Daniel Blake” erzählt vom Versuch der Selbstversicherung und Selbstbehauptung gegen ein unmenschlich gewordenes bürokratisches System, ein beinahe schon kafkaesker Kampf gegen die Mühlen der britischen Sozial- und Arbeitslosen-Verwaltungsapparate, deren Beharren auf Prinzipien, Fristen und gesetzlich festgehaltenen Abfolgen sich von dem System anderer Länder kaum unterscheidet. Daniel Blake (Dave Johns) hat zeit seines Lebens als Schreiner geschuftet, musste vor kurzem seine Frau zu Grabe tragen und ist aufgrund eines Herzinfarktes nach Meinung seines Arztes nicht mehr arbeitsfähig. Das sehen die Sozialbehörde und das Jobcenter allerdings völlig anders. Und so gerät dieser wackere, einfache Mann in die unerbittlichen Mühlen der Armutsverwaltungsbürokratie, lernt dort eine allein erziehende junge Mutter (Hayley Squires) kennen, die sich in einer ähnlich misslichen Lage befindet wie er und mit der er für eine Weile so etwas wie eine Solidar- und Schicksalsgemeinschaft formt. Sie sind so etwas wie ein Hoffnungsschimmer und ein Fanal für ein behutsameres Umgehen miteinander. Ken Loach, das soziale Gewissen des britischen Kinos, kehrt aus seinem selbstverordneten Ruhestand zurück. Wieder prangert er gesellschafspolitische Ungerechtigkeiten an, erneut erzählt er seine Story ohne erhobenen Zeigefinger und mit gewohnt trockenem Humor.

Quelle: Kino-Zeit.de

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