Eine fantastische Frau

CL/USA/D/E 2017; 104 Min.; Regie: Sebastián Lelio; mit Daniela Vega, Nestor Cantillana, Alejandro Goic, Pablo Greene, Sergio Hernandez, Nicolas Saavedra

Im August zeigt die monatliche Filmreihe homochrom den zweifachen Berlinale-Gewinner "Eine fantastische Frau" von Sebastián Lelio, der schon mit seinem vorherigen Film "Gloria" Kritiker und Publikum beeindruckt hat. In seinem fünften Spielfilm steht nun die junge Kellnerin und aufstrebende Sängerin Marina Vidal (Daniela Vega) im Mittelpunkt. Sie und ihr älterer Freund Orlando (Francisco Reyes) sind verliebt und planen eine gemeinsame Zukunft. Doch eines Abends, als sie von einem Auftritt Marinas nach Hause kommen, geht es Orlando nicht gut. Marina eilt mit ihm zum Krankenhaus, wo er leider verstirbt. Mit einem Mal steht Marina überall unter Verdacht: bei den Ärzten, bei der Polizei und erst recht bei Orlandos Familie, die sie so schnell wie möglich aus Orlandos Wohnung haben will. Aber Marina gibt sich nicht so leicht geschlagen, denn sie ist nicht nur eine transsexuelle Frau, sondern erst recht eine starke und fantastische Frau.

"Eine fantastische Frau" feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb der Berlinale, wo Lelios Drehbuch mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde. Zudem erhielt er den 31. Teddy Award als bester queerer (sprich nicht-heterosexueller) Spielfilm der Berlinale. Martin Wolkner, Gründer und Leiter der Filmreihe und des Filmfests homochrom in NRW, war Mitglied der diesjährigen Teddy-Jury, welche diesen Film einstimmig auszeichnete. "Eine fantastische Frau" besticht durch wunderbare Regieeinfälle, eine mitreißende Geschichte und seine fabelhafte Hauptdarstellerin. Leider ist es immer noch eine Besonderheit, wenn transsexuelle Rollen von transsexuellen Darsteller*innen gespielt werden. Doch dies macht Lelios Werk und Daniela Vegas Leistung umso authentischer und mächtiger.

Fazit: So sensibel wie authentisch inszenierter und gespielter, gut recherchierter Film über ein lesbisches Paar, das sich ein Kind wünscht und bei der Umsetzung dieses Wunsches an vielerlei Grenzen stößt, die der rechtliche und gesellschaftliche Rahmen vorgeben.

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