Wahre Welten

Dil Leyla

Das Porträt einer kurdischen Bürgermeisterin

So. 23.07. um 15.00 Uhr & Mo. 24.07. und Di. 25.07. um 17.45 Uhr im Filmstudio

Deutschland 2016; 71 Min.; Regie: Asli Özarslan

Der Film im Internet: essence-film.com/dil-leyla.html

Nachdem ihr Vater, der im kurdischen Widerstand aktiv war, im Jahr 1993 von türkischen Soldaten erschossen wurde, schickte Leylas Mutter ihre Tochter aus der überwiegend von Kurden bewohnten Stadt Cizre in der Osttürkei nach Bremen zu ihrer Tante. Leyla Imret ist sechs Jahre alt, als sie in Deutschland ankommt. Fotos aus der Zeit zeigen ein fröhliches Kind, das sich schnell mit ihrer Cousine anfreundet und in Deutschland heimisch wird. Aber Leyla sagt auch, sie habe sich immer unvollständig gefühlt, bis sie mit zum ersten Mal nach Cizre kommt. Mit 27 Jahren kehrt sie an ihren Geburtsort zurück. Im Jahr 2013 wird sie mit 28 Jahren mit über 80% der Stimmen zu einer der jüngsten Bürgermeisterinnen der Türkei gewählt. „Dil Leyla” – was „Mein Herz Leyla“ bedeutet und der Kosename von Leylas Vater für seine Tochter war - beginnt im Jahr 2014, in einer Zeit der Aufbruchstimmung. Der Film zeigt Leyla, wie sie mit ihren Bürger*innen das kurdische Neujahrsfest feiert, wie sie in einer staubigen Wohnhaussiedlung den Ort für den neuen Spielplatz begutachtet und mit den Händlern des Bazars den Neubau des Marktes und des brandneuen Schlachthauses diskutiert. Immer wieder sucht „Dil Leyla” aber auch die grüne Vorortsiedlung in Bremen auf, in der Leyla aufwuchs, und spricht mit ihrer Familie dort. Bilder von sauberen Straßen und sehr gepflegten Hecken vor grauem Himmel kontrastieren die braun-beigen Stadtbilder aus der Türkei. Wenn es nach Leylas Mutter gegangen wäre, wäre Leyla nie wieder nach Cizre zurückgekehrt. Im Jahr 2015 wurde Imret wegen Aufwiegelung gegen den Staat angeklagt und des Amtes enthoben. „Dil Leyla” konzentriert sich ganz auf seine mutige und sehr offene Protagonistin.


Quelle: Programmkino.de

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