Beuys

Ausgezeichnetes Künstlerporträt, das sich vor allem auf die politische Kunst des sehr erfolgreichen Joseph Beuys fokussiert

Deutschland 2017; 107 Min.; Buch und Regie: Andres Veiel; Kamera: Jörg Jeshel; Schnitt: Stephan Krumbiegel, Olaf Voigtländer; FBW-Prädikat: Besonders wertvoll

Der Film im Internet: www.beuys-der-film.de

„Statt Beuys‘ Werke zu erklären, lässt Andres Veiel vor allem den Kunst-Provokateur selbst sprechen.” Filmstarts.de

Joseph Beuys: Künstler, Philosoph, Querdenker. Weltweit gilt der Mann, der 1986 verstorben ist, als einer der bedeutendsten Aktionskünstler des 20. Jahrhunderts. Mit seinen Installationen, mit denen er den klassischen Kunstbegriff erweiterte, überraschte, forderte und reizte er Publikum und Kritiker. Oftmals war er selbst Teil der Kunst und der Aktion. Der Filmemacher Andres Veiel hat mit „Beuys” ein Porträt des Künstlers geschaffen, das in seinem Facettenreichtum einzigartig erscheint. Die sorgfältige Aufbereitung des Archivmaterials lässt in jeder Minute des Films erkennen, mit wieviel Herzblut, Leidenschaft und auch akribischer Genauigkeit Veiel hier vorgegangen ist. Veiel zeigt viele Installationen und Aktionen, gibt den Aufnahmen den notwendigen Raum und inszenatorisch oftmals einen anderen Rahmen, lässt Wegbegleiter, Journalisten und Kritiker zu Wort kommen und ordnet Beuys‘ Werk in einen kunsthistorischen und gesellschaftlichen Kontext ein. Denn Beuys war nicht nur ein Künstler, er war auch und immer ein politisch denkender Mensch. Die enge Verbindung zu der Partei „Die Grünen“, bei deren Gründung er aktiv involviert war und seine wiederkehrenden Reden, in denen er die Kunst aufforderte, sie müsse sich ändern, erweitern, wachsen – all dies lässt die Kunstikone Beuys zu einem mehrdimensionalen Charakter werden. Ein großartiger Dokumentarfilm und dazu ein vollständiges, lehrreiches und respektvolles Porträt eines wichtigen Künstlers.


Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

 

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