13. internationalen Literatürk Festival
"Macht und Ohnmacht" - mit Can Dündar
vom 06.11.2017 - 15.11.2017


Unter dem Themenschwerpunkt „Macht und Ohnmacht “ startet Literatürk im Jahr 2017 am 6. November und feiert die Literatur bis zum 15. November.

Der Begriff der Macht spielt in zwischenmenschlichen Beziehungen, in sozialen Gemeinschaften, in der Politik und zwischen Städten, Regionen, Ländern und Staaten eine entscheidende Rolle. Das Verhältnis von Macht und Ohnmacht spiegelt sich aber nicht nur in den soziologischen und philosophischen Untersuchungen und Analysen, sondern  auch in zahlreichen Werken der zeitgenössischen und klassischen sowie in der migrantischen und postmigrantischen Literatur wider. Migrations- und Fluchterfahrungen gehen oft einher mit Erfahrungen von Macht und Ohnmacht, von Ausgeliefertsein, Rechtlosigkeit und Fremdbestimmung. Literatürk will mit diesem Themenschwerpunkt an die vorhergehenden Festivalthemen „Menschenrechte“ und „Freundschaften“ anknüpfen, Fragen stellen und nach Antworten danach suchen, wie Machtverhältnisse – sei es im zwischenmenschlichen Bereich, in Gesellschaft und Kultur oder auch in der Politik – hinterfragt und Ohnmacht überwunden werden kann.

 

Eröffnung Literatürk mit Zeruya Shalev, Maria Schrader u.a.

Montag, 06.11.17, 19:30 Uhr, Filmstudio
Moderation & Übersetzung: Shelly Kupferberg
Lesung: Maria Schrader
Musik: Beril Sun/Essen (Violine-Solo)
Grußwort des Bürgermeisters der Stadt Essen, Franz-Josef Britz
Veranstalter: Literatürk in Kooperation mit der Buchhandlung Proust/Essen

Eintritt: 8€ – VVK im Filmstudio im Glückaufhaus (täglich 15:00 – 21.00 Uhr)

Wenn Schmerz übermächtig wird – Iris leidet unter physischen Schmerzen, der Spätfolge eines Attentats in Jerusalem. Aber da ist auch ihr innerer Schmerz, den sie nie überwunden hat: die Enttäuschung darüber, dass ihre Jugendliebe sie damals Hals über Kopf verließ. Als sie ihn, der mittlerweile ausgerechnet Schmerztherapeut ist, im Krankenhaus wiedersieht, steht ihr Leben Kopf. Sie ist hin und her gerissen, zwischen ihm und ihrer Familie, zwischen der Vergangenheit und Gegenwart. Kann man verlorene Zeit zurückholen? Kann es in der Mitte des Lebens einen Neuanfang geben? Shalev führt uns in das komplexe Innenleben einer 45-jährigen Frau und Mutter. In ihrem Roman „Schmerz“ behandelt sie den Nahost-Konflikt sehr viel direkter als in ihren früheren Werken.

 

 

 

Can Dündar - "Verräter"

Mittwoch, 15.11.17, 19:30 Uhr (Einlass 18:30 Uhr), Astra
Moderation & Übersetzung: Murad Bayraktar
Medienpartner: WDR/Cosmo-Radio

Eintritt: 10€ – AK und VVK nur über www.grend.de oder www.literatuerk.com (Reservix/print@home)

Der ehemalige Chefredakteur der Cumhuriyet, die 2016 mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde, saß wegen seiner Berichterstattung über Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes nach Syrien drei Monate in türkischer Einzelhaft. Heute lebt er im Exil in Berlin, denn in der Türkei droht ihm lebenslange Haft. Von hier aus setzt er seinen Kampf für die Pressefreiheit in seinem Land fort. In seinen Aufzeichnungen aus dem deutschen Exil erzählt er von den Ereignissen, die sich nach seiner Freilassung überschlagen haben: Prozess, Attentat, Urteil, der Putschversuch, seine Flucht nach Deutschland, sein Exil in Berlin. Dort führt er ein Leben zwischen Preisen und Anerkennungen, Bedrohungen und Anfeindungen, denn er kämpft weiter für eine demokratische Türkei.

Die Veranstaltung wird als live-stream von WDR/Cosmo-Radio Türkische Redaktion gesendet.

www1.wdr.de/radio/

 

 

Literatürk ist ein Literaturfestival, das Autor*innen aus der Türkei, aus Deutschland und zunehmend auch aus anderen Ländern im Ruhrgebiet mit Leser*innen zusammenbringt. Seit mittlerweile dreizehn Jahren gibt Literatürk so unterschiedlichen Schriftsteller*innen wie Asli Erdogan, Murathan Mungan, Can Dündar, Wolfgang Schorlau, Martin Mosebach, Feridun Zaimoglu u.v.m eine Bühne für ihre Sicht- und Schreibweisen, ermöglicht Gespräche und Diskussionen mit dem Publikum und kreiert so Orte für Begegnungen und Erfahrungen, die es ohne dieses Festival nicht gäbe.
Aus dem Festival heraus haben sich über die Jahre zahlreiche Freundschaften über Ländergrenzen hinweg entwickelt; ein Netzwerk von Künstler*innen, Autor*innen, Journalist*innen in der Türkei, in Deutschland und anderen Regionen dieser Welt. Diese Schriftsteller*innen beschreiben uns nicht nur die Welt und ihre Sicht der Dinge, sie stellen uns auch Fragen, sie berühren uns mit ihren Geschichten und mit ihrem Leben, sie erreichen uns, , klären uns auf – und manchmal verstören sie uns. In jedem Fall aber, regen sie uns an, zum Nach- und Selberdenken und manchmal sogar zum Handeln.

 

 

 

 

 

 

 

weitere Informationen unter: 0201/27 55 55